Neubau eines Geschäftshauses

Branthshof - Erdmannstraße 10 - 12, 22765 Hamburg

Städtebau:

Der Branthshof in der Erdmannstraße 10 - 12 liegt im Hamburger Stadtteil Ottensen. In diesem westlich des Altonaer Bahnhofs gelegenen Stadtteil, haben sich seit Mitte des 19.Jahrhunderts viele Handwerks- und Gewerbebetriebe mit ihren kleinen Manufakturen und Fabriken niedergelassen.

Seit Mitte der achziger Jahre des letzten Jahrhunderts hat sich der Stadtteil gewandelt: Viele kleine Läden, Restaurants und Kneipen eröffneten, alte Fabriken wurden umgenutzt, viele historische Gebäude saniert, so daß ein bunter, kreativer und sehr beliebter Stadtteil entstanden ist.

Auf dem Grundstück Erdmannstraße 10 - 12 wurden in 125 jähriger Tradition bis Ende 2002 Farben und Lacke hergestellt. Die beengten Grundstücksverhältnisse und die überalterten Gebäude veranlaßten die Farbenfabrik Branth ihre Produktion zu verlagern.

Die alten Gebäude der Farbenfabrik ließen sich nicht weiternutzen, da insbesondere die technische Ausstattung ganz und gar auf die Ansprüche eines produzierenden Gewerbebetriebes ausgerichtet war und der Boden größtenteils stark kontaminiert war.

Mit dem Neubau soll der Straßenzug, der durch das seit der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts ansässige Gewerbe und durch einen in den achziger Jahren des 20. Jahrhunderts ohne Gestaltungsanspruch errichteten Mietwohnungsbau geprägt ist, städtebaulich und architektonisch aufgewertet werden.

Mit der neuen Bebauung auf dem Grundstück Erdmannstraße 10 – 12 wird der Versuch unternommen, diesen Teil der Erdmannstraße an der Urbanität, für die der Stadtteil Ottensen bekannt ist, teilhaben zu lassen.

 

Entwurf:

Das Gebäude ist als Loftgebäude konzipiert. Auf den 3080 Quadratmetern Bruttogeschoßfläche sind bis zu zwanzig Nutzungseinheiten als Atelier, Studio oder Kontor für Dienstleistungsunternehmen vorgesehen. Die Konstruktion des Gebäudes als Stahlbetonskelettbau ermöglicht jedoch ebenso größere zusammenhängende Nutzungseinheiten. 

Aufgrund der planungsrechtlichen Vorgaben entstand die Idee, das Grundstück mit einem Gebäudekubus mit einer dreiseitigen fensterlosen Grenzbebauung optimal auszunutzen. Die Erschließung und die Belichtung eines großen Teils der Räume erfolgt über den in den Kubus hinein geschnittenen Innenhof, der zugleich Eingangsbereich und kommunikatives Zentrum der Anlage ist. 

Die Abtreppung der Geschosse nach Norden schafft für den Innenhof eine großzügige Belichtung und wertet die Mietflächen mit den begrünten Dachflächen und den Dachterrassen auf. Der Innenhof ist mit blau und weiß blühenden Pflanzen gärtnerisch gestaltet und dient den Nutzern zur Erholung. Er vermittelt eine urbane Atmosphäre - Assoziationen an südländische Hofräume sind durchaus beabsichtigt.

Unter dem Gebäude wurde eine Erdsondenanlage mit 80 Meter tiefen Bohrungen installiert. Mit Hilfe einer Wärmepumpe wird so die Erdwärme als Heizenergie nutzbar gemacht. Das schont die Umwelt und spart bei den Betriebskosten.

 

Branthshof-3