Städtebaulich-landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb

Grünzug Neu-Altona - Erläuterungsbericht

Gesamtkonzept

Der Grünzug Altona wird heute als Aneinanderreihung nur unübersichtlicher Freiräume unterschiedlicher Identität und Proportion wahrgenommen. Ziel dieses Entwurfes ist es, dem Grünzug wieder seine verbindende Funktion als zusammenhängende Parkanlage zurückzugeben. Durch Freistellung von Sichtachsen und durch großzügige, markante Wegeführung wird wieder ein Gesamtraum erlebbar, der die Wohnquartiere Eimsbüttels und Altonas mit dem Elbe-Landschaftsraum verbindet. Wo immer möglich, orientiert sich die den Grünzug säumende Bebauung so, dass sie sich ihm zuwendet.

Eilen und Verweilen - die Wege

Eilen

Ein durchgängiger, zügig und komfortabel geführter Weg für Fahrradfahrer und Fußgänger. Sämtliche Plätze sind rhythmisch entlang dieses Weges angeordnet, bzw. werden vom ihm tangiert. Im Bereich des Fischmarktes verzweigt der Weg in Richtung Westen zum Elbhöhen-Grünzug. Um Konflikte zwischen den Benutzern der Parkwege zu mindern, werden am westlichen Rand des Wohlersparks Fahrradfahrer über einen separaten Weg geführt.

Verweilen
Parrallel zum Hauptweg verläuft ein differenziert gegliedertes Wegenetz, welches zum Verweilen einlädt. Es verknüpft vorhandene und neue Nutzungsangebote und bildet so eine durchgehende Nord-Süd Spiel- und Verweil-Achse.

Freiräume - Raumkanten

Parkeingang am Holstenplatz
Er soll zusammen mit dem Grünraum vor der Christuskirche eine seiner Stellung als Anfangs- bzw. Endpunkt des Grünzuges deutliche und angemessene Aufwertung erfahren: Reduzierung der Verkehrsflächen, Umbau der Tiefgaragenzufahrt, Baumreihen etc.

Berta-von-Suttner-Park
Der Grünraum an der Suttnerstraße wird durch Veränderung der Gebäudeanordnung vergrößert und erhält durch überwiegend freie Rasenflächen seine Weite und Helligkeit. Spielflächen liegen im Südbereich. Erhalt der gewerblichen Nutzungsstrukturen an der Holstenstraße. Betonung der Nordseite der Kreuzung Holstenstraße / Max-Brauer-Allee durch dominante Eckbebauung. Die Flurgrenze wird im Sinne historischer Spurensicherung als ein seit der Verkoppelung Ottensens 1789 unverändert gebliebenes Element übernommen und durch einen Diagonalweg betont.

Wohlers Park
Sichtbarmachung der formalen Struktur durch behutsames Entfernen einiger raumverstellender Gehölze. Attraktivitätssteigerung durch niedrige Schmuckpflanzen im Wechsel der Jahreszeiten, z.B. ein "Meer von Blumenzwiebeln". Umnutzung der Gebäude der ehemaligen Friedhofsverwaltung als Café mit Aussennutzung am neuen Stadtplatz Norderreihe.

Walter-Möller-Park Nord
Übersichtlicher Raum mit vorhandenen und umgestalteten Spielflächen. Erhalt von Relikten früherer Jahrzehnte als Milieuinseln.


Walter-Möller-Park Süd
Wiederherstellung der Skaterbahn. Aktivierung des Planschbeckens. Erhaltung und Weiterentwicklung der funktionierenden Spieleinrichtungen am Hochbunker. Verlagerung des Hundeauslaufplatzes aus dem Zentrum. Durch Gebäude neu definierte Raumkante als städtebauliche Großform und Kontrapunkt zu den Gebäuden der Endo-Klinik. Abschirmung des Grünzuges. Neudefinition der Eingangssituation nach Altona.

Park der Kulturen
Flächen zwischen Louise-Schröder-Straße und St. Trinitatis. Festwiese und Raum für Kulturveranstaltungen (Zirkus, etc.) Der Eingang in den Alten Jüdischen Friedhof wird von der Königstraße zum Park verlegt und erhält einen kleinen Vorplatz. Beibehaltung der Parkelemente von Prof. Hammerbacher. Bekenntnis zur nur mäßigen baulichen Ergänzung St. Trinitatis an der Königstraße. Keine Verkleinerung des Grünzuges. Dafür neue bauliche Ergänzung der Raumkante an der Ostseite.

Über die Holstenstraße
Eine neue, leicht und transparent gestaltete Brücke überspannt die Holstenstraße. Breite, bequeme Rampen an der Holstenstraße geleiten die Fußgänger hinauf zur Brücke. Gleichzeitig bilden die Rampen einen Schallschutz für den Park im Norden.

Plätze

Platz im Berta-von Suttner-Park
Kleiner attraktiv ausgestatteter Platz an der Wegekreuzung mit Bänken und Schmuckpflanzungen. Die Suttnerstraße wird aufgepflastert und seitlich über den Platz geführt.

Heckengarten am Wohlerspark
Aussennutzung mit Gastronomie befindet sich vor den Gebäuden des Parkeinganges. Hecken- und Staudengärten, Springbrunnen, Boule, Bänke laden zum Aufenthalt ein.

Platz der Kulturen
Stadtplatz am Kreuzungspunkt der Stadt- und Parkwege. Kultureller Begegnungsort vom Boulevard tangiert.

Boulevard und Nobistorpassage
Wiederentstehung der urbanen Achse Nobistor - Große Bergstraße als Flaniermeile. In der Nobistorpassage attraktive Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants. Ein Anklang von Basar in Hamburg. Am Boulevard temporäre Marktstände, Kunst- und Kulturevents, etc..

Platz am Alten Jüdischen Friedhof
Ort der Erinnerung / Darstellung der Geschichte Altonas.

St. Trinitatis Kirchplatz mit Fischmarktterrassen
Weitgehend unverbaute Solitärstellung der Kirche. Weithin sichtbarer Orientierungspunkt, vom Hauptweg direkt tangiert. Fischmarktterrassen, besonnte Rasenterrassen. Abgrenzung zur Kirchenstraße durch Stützmauer.

Die Bunker
Teilerhalt des Bunkers an der Schomburgstraße. Umnutzung mit Angeboten für verschiedenste Aktivitäten. Kleines Theater, "Café Elbblick" im Obergeschoss etc. Sämtliche Bunker im Grünzug (Hochbunker, Tiefbunker, Rundbunker) sollen hier als Teil der Stadtgeschichte im Ensemble erhalten bleiben und als Erfahrungs- und Gedächtnisraum genutzt werden.