Hafencampus

Das Planungsgebiet für den Hafencampus mit den Teilgebieten "Güterbahnhof" und "Bahnhofsinsel" ist durch seine exponierte Lage zur Harburger Innenstadt und zum Wasser gekennzeichnet. Die angrenzende Straßen, Bahntrassen und Wasserflächen geben dem Gebiet den  Inselcharakter.

Eine differenzierte Wegeverknüpfung mit dem umgebenden Quartieren soll dem Plangebiet die Insellage nehmen.

Als fussläufige Haupterschließung verläuft als "rotes Band" quer über das Wettbewerbsgebiet eine röhrenartige Transportachse mit Laufbändern und Haltepunkten an den PKW-Sammelstellen, öffentlichen Plätzen und Wegekreuzen. Das "rote Band" verbindet das geplante Kongress- und Seminarzentrum, das Science Center und das im Gebäudebestand des Silos untergebrachte Boarding House am Lotsekanal mit dem öffentlichen Nahverkehr und den Handelsstraßen der Harburger Innenstadt. 

Der Kraftfahrzeugverkehr wird über das vorhandene Straßennetz in die tiefergelegene Stellplatzebene ( - 1,70 m) unter den Gebäuden und unter den angeböschten Geländebereichen geführt. Die gewählte lichte Höhe der Stellplatzebene von 4,50 m ermöglicht den Zulieferverkehr  und die Unterbringung einer zusätzlich eingestellten zweiten Stellplatzebene. Diese zusätzliche zweite Stellplatzebene kann bei einer längerfristig rückläufigen privaten PKW Nutzung durch Rückbau in Labor- oder Produktionsflächen umgenutzt werden. Die Erschließungsebene wird über zahlreiche frei wählbare Öffnungen im Deckenbereich natürlich belichtet und belüftet.

Das erhöhte Campusgelände über den Stellplatzebenen ist vollständig dem Fußgängerverkehr vorbehalten und ist nur für Fahrzeugverkehr mit Sondernutzung zugelassen. Der Bereich neben den Erschließungsstraßen (Schellerdamm u.a.) und unter den aufgestelzten Gebäuden ist dem Kurzparken vorbehalten.

Die Baumassen und die Baukörperstruktur orientieren sich an den Produktions- und Forschungsbedürfnissen im Nanobereich mit einer größtmöglichen Flexibilität an Nutzeransprüche.  Die Verbindung aller Gebäude in einem Quartierabschnitt ermöglichen den einzelnen Nutzern eine enge Verknüpfung zwischen Forschung, Produktion und forschungsorientierter Dienstleistung aufzubauen und kurzfristig ein dichtes Kommunikationsnetz während eines Versuchs- oder  Produktionsstadiums einzurichten. 

Das Baukörperkonzept differenziert zwischen dem Hauptbaukörper als Produktionsort oder Forschungseinrichtung mit einem Höchstmaß an Flexibilität unter einem Dach in Form einer futuristischen überdimensionalen Apfeltasche und den daran direkt angeschlossenen frei ausformbaren Gebäudezeilen (die Assoziation an Schiffe mit Ruderblättern ist dabei durchaus gewollt) für Büro und Dienstleistungsaufgaben. Die äußeren energetisch geschlossenen, funktions- und flächenunabhängigen Gebäudehüllen der Hauptgebäude werden bei Bedarf mit Licht- und Lüftungsöffnungen versehen.

Den Abschluß zu den intensiv frequentierten Verkehrsadern nördlich und südlich der Bahnhofsinsel bilden die der Produktion vorbehaltenen, geschlossenen 3 - und 4 - geschossigen Lärmschutzriegel am Karnapp und an der Nartenstraße.