Erläuterungen zum Wettbewerbsentwurf Media City Port im Kaispeicher

Dieses Symbol entwickelt sich aus der klaren Architektur des Kaispeichers als eine neue Struktur, ein transparenter leuchtender Organismus, der die markante Form des Kaispeichers als Sockel nutzt.

Der konsequent sparsam geöffnete Sockel des Kaispeichers (lediglich die Ladeluken werden geöffnet) steht dabei bewußt im Kontrast zu dem High Tech Erscheinungsbild des neuen Organismus und bildet das Fundament für die neuen Strukturen an diesem Standort unter Einbeziehung der robusten Hafenarchitektur.
Seine Dynamik erhält der neue Organismus durch die aus einem digitalen Code entwickelte gläserne Fassade mit ihren beweglichen Wetter-, Sicht- und Sonnenschutzsystemen.
Die neue Medienstadt erhebt sich insgesamt als unverwechselbare einprägsame kristalline Lichtskulptur über den Dächern der Stadt ohne Rivalität zu den Türmen der Hamburger Hauptkirchen und Hochhäuser.

Im Inneren des Kaispeichers wird bei Erhaltung von Teilen der vorhandenen Konstruktion in den Randbereichen des Gebäudes der Mittelbereich bis auf die Kellersohle herausgeschält, um die neuen Nutzungen durch Höfe und Öffnungen mit Licht und Luft zu versorgen. Die belassene Altbausubstanz bildet dabei mit dem neu geschaffenen inneren Gefüge durch Brüche und Verfremdung in Stil und Detail ein Zusammenspiel von alt und neu.
Die offene Gestaltung der Grundrisse und Fassaden, die Anlage von Galerien, Terrassen und Balkonen, die Transparenz der gläsernen Treppen- und Aufzugsanlagen, die Plätze und Wege im Inneren des Gebäudekomplexes schaffen mit ihrer Konzentration und Fluktuation der räumlichen Beziehungen gewissermaßen eine kleine Stadt im Haus.

Grundlage für die neue kleine Stadt bilden die vier hohen Gebäudeteile, an denen wie bei Geschlechtertürmen Individualität und Identität kleiner und großer Nutzungseinheiten erkennbar sind.
Die Verbindungsbauten und -stege zwischen diesen Gebäudeteilen sichern die Flexibilität in der horizontalen und vertikalen Entwicklung der möglichen Arbeitsstrukturen. Die bewußt gesetzten Öffnungen vermitteln überraschende Ein- und Ausblicke auf die Stadt und den Hafen und nehmen über gezielt gesetzte Blickachsen durch die Sichtfenster und -schneisen neue Bezüge zur Stadt und den Hafen auf.
Für die Fußgänger erschließt sich das Innere des Media City Ports über den Ebenen-Dreisprung:
- Media City Plaza für Klein- und Großveranstaltungen vor dem Gebäude mit freiem Blick über die Elbe
- Media City Piazza im Herzen des Gebäudes mit den unmittelbar erlebbaren vertikalen und horizontalen Transportachsen als Lebensadern der kleinen Stadt
- Insel-Terrassen oberhalb der Dachebene des Altbaus mit Rundumblick auf den Hafen und die Stadt.
Diese drei Ebenen werden über aktiv erlebbare inszenierte Aufgänge über Aufzüge, Fahr- oder Freitreppen erreicht.

Bestimmend für den Platz sind die unterschiedlichen Nutzungen der zwei Platzhälften, dem Verkehrsplatz in der nördlichen und dem Veranstaltungsplatz in der südlichen Hälfte des Platzes, die durch einen gemeinsamen Belag aus großformatigen quadratischen hellgrauen Granitplatten - im Gebäudeinneren kleinformatiger - zusammengefasst werden. Aus diesem Belag werden intarsienartig die abknickende Fahrbahn der Dalmannstraße und der mit rot eingefärbtem Asphalt belegte Veranstaltungsplatz eingeschnitten. Aus dem Belag heraus erheben sich die bühnenartige Aufhöhung am südlichen Ende der Ostfassade (unterhalb der dort installierten Medienwand) und die breite Freitreppe in der Achsenverlängerung der Dalmannstraße. Die den Eingang markierende Fahnenmastreihe kündigt beflaggt Veranstaltungen im Media City Port an.

Begrenzt wird der Veranstaltungsplatz im Süden zur Elbe durch eine Reihe großkroniger Bäume, die den balkonartigen Abschluß betonen und diesem eine besondere Aufenthaltsqualität geben.